Bereits zu Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten die "Raacherkarzl" (Räucherkerzen) fest zum erzgebirgischen Weihnachtsbrauchtum. Zu dieser Zeit kam die Figur des Räuchermannes auf, als sich das öffentliche Rauchen eingebürgert hatte. Der Mann mit der Pfeife im Mund wurde zur volkstümlichen Gestalt, die die Gemütlichkeit wiederspiegelt und bot sich zum Nachbau förmlich an.

Auch die Nussknacker-Füchtners waren neben der Familie Haustein bekannt als Räuchermännl-Hersteller. Alle nur denkbaren Figuren wurden als Räuchermänner hergestellt. Schornsteinfeger, Bergmänner, Förster, Waldarbeiter, Briefträger, Spielzeugmacher und natürlich der Rastelbinder.

Der Rastelbinder war ein Slowakischer Wanderhändler, der auch Mausefallen (Mäusifalli, Rattifalli) verkaufte. Er verstand aber auch die Kunst, gesprungene Ton- oder Steingutgefäße mit einem Maschendrahtgeflecht gebrauchsfähig zu erhalten. Weiterhin war der Türke, eigentlich ein Fremdling im Erzgebirge, eine beliebte Räuchermannfigur. Mit der orientalischen Figur war man offenbar durch die Weihnachtsgeschichte vertraut. Gut möglich, dass türkischer Tabak oder Kaffee die Inspiration für diese typische Räucherfigur gab.